Allgemein · Leben mit Kindern

Kopfchaos.

Gestern konnte ich nicht einschlafen.
Denn in meinem Kopf herrschte gestern Chaos. Die Themen stritten sich um Aufmerksamkeit. Ich versuchte wegzuhören, zur Ruhe zu kommen und der Stille zu lauschen. Aber die Stille war ruhig. Saß im Eck, denn meine Gedanken ließen sie nicht mitspielen.

Der gestrigen Faschingsdienstag hatte es in sich.
Der Hasenbub hatte natürlich Fasching im Kindergarten. Sein gewünschtes Kostüm: Pinguin. Er war der einzige Watschler (mit weltbesten Watschelpatschel-Füßen. Danke an meine Mama für diese Idee!) und ich war/bin stolz wie Oskar.
Er bestand darauf, dass sich auch die Babymaus verkleidet. Aha… Die Babymaus und ich diskutierten eine Zeit lang, dann entschied sie sich für ein Giraffenkostüm, bestehend aus Haube. Sie sagte artig Danke, stand auf und frass einige Blätter vom Baum.

fasching

Nach dem kindergärtlichen Faschingsrummel waren wir alle erledigt. Also – Mittagspause… Alle 3 haben wir brav und artig geschlafen.

Nachmittags besuchten wir eine Familie aus dem Irak, die seit einigen Monaten bei uns im Ort wohnen und auf ihren Asylbescheid warten. Die Mama ist hochschwanger und bekommt planmäßig in einer Woche ihr Baby. Also brachten wir, was man halt so für ein Babylein braucht. Gewand, Windeln, Feuchttücher,… Und eigentlich das Angebot eines Gitterbetts. Doch dort dann die Ernüchterung. Kein Platz. Es leben 2 Erwachsene mit ihren 3 größeren Kindern und jetzt dann bald mit Mini-Baby auf ca. 35qm. Wir suchen noch nach einer Möglichkeit – einstweilen wird unsere Wiege das Babylein beim Schlafen schützen.
Nach viel erzählen mit Händen, Füßen und vor allem Augen, gegenseitigem Foto zeigen und mit den Kindern spielen, fuhren wir wieder heim. Ich mit einem Gefühlsstrudel.
Große Dankbarkeit für mein Leben, den großen Reichtum in einem friedlichen Land leben zu dürfen und hier alles zu verstehen.
Bewunderung für die Freude und Gastfreundschaft, die diese Familie ausstrahlt.
Freude, über diese nette Begegnung, auf das Baby und viele weitere gemeinsame Stunden.
Verwunderung, wie viel man eigentlich austauschen kann, obwohl es keine gemeinsame Sprache gibt.
Und natürlich auch Trauer und Mitgefühl über das Leid und die vielen schlimmen Erlebnisse, die diese Familie und viele andere auch machen mussten.

Abends im Bett kollidierten diese vielen Gefühle mit dem lustigen Erinnerungen an den Pinguin und die Giraffe, den ToDos für den morgigen Tag und meinem ureigenen Wunsch zu schlafen.
Nach langer Zeit konnte ich die Stille aber doch noch aus ihrer Ecke locken und sie legte sich zu mir.

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