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Meine Schwester.

Als sie mir erzählte, dass sie sich nach 2 Tagen allein mit einer Freundin im Wellness-Hotel auf ihr Baby freut, dachte ich mir: „Versteh ich nicht. Dort wird sie in der Nacht geweckt, muss immer da sein und sich kümmern. Ist doch voll anstrengend.“

Als sie mir sagte, dass sie mit ihrer Freundin, die inzwischen wie sie auch 2 Kinder hat, fast nicht mehr zum telefonieren kommt, dachte ich: „Das kann doch nicht so schwer sein!“

Als ich einen ganzen Nachmittag und einen Abend ohne Baby weg war und mich freute, als ich in der Nacht heimkam und dem Baby das Flaschi geben konnte, dachte ich an sie und lächelte.

Als ich nach 4 Monaten mit 2 Kinder feststellte, dass ich viel weniger Kontakt zu Freunden mit Kindern habe, da ich nie zum telefonieren etc. komme, dachte ich an sie und lächelte.

Als sie ihr erstes Kind kriegte, war ich 22. Ich sah den Kleinen, verliebte mich. Ich sah sie und dachte, schön, eine Mama zu sein. Sie lächelte nur und küsste den Kleinen.
Als ich sie anrief, in den ersten Tagen nach der Geburt vom Hasenbuben, und total verheult fragte, ob ich denn nicht glücklich sein müsste, erzählte sie wissend von ihrem Wochenbett und gab mir Perspektive.

Ich denke so oft an sie und bin ihr dankbar.
Dankbar für die vielen Dinge, die sie mir erzählte, vor denen sie mich warnte, an denen sie mich teilhaben ließ.
Dankbar für die vielen Dinge, die sie mir verschwieg, die sie mich unvoreingenommen erleben und erkennen ließ, um mich danach im Gespräch aufzufangen und zu begleiten.
Ich bin so dankbar für ihre Gabe, immer die richtigen Worte zu finden.
Sie ist immer ehrlich, aber nie verletzend.
Sie weint mit mir, während sie mir gleichzeitig die Tränen trocknet, meinen Blick geschickt nach vorne richtet und mich unauffällig zum lachen bringt.
Sie ist mein Joker. Der Joker, den ich in allen nur erdenklichen Lebenssituationen ziehen darf.

Und wenn ich ihr nur eine halb so gute Schwester bin, wie sie mir, bin ich schon sehr stolz.
Danke, du Liebe!

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7 Kommentare zu „Meine Schwester.

  1. Das hast Du so schön geschrieben Lisa! Lustigerweise habe ich heute im Auto gedacht, dass ich schon lange nicht mehr mit Dir telefoniert habe. Leider war es wohl grad Schlaf-geh-Zeit und ich wollte nicht stören! Vermisse unsere Gespräche … Und die gemeinsame Zeit mit dir. Wollen wir nicht einfach nochmal was studieren? Mit einer großen WG – deine Familie und mäusi und ich. Gut hätte möglicherweise von „Kommune Eins“ aber naja! Drück dich in Gedanken!

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