Leben mit Kindern

Das Zweite.

Ich war mit den süßen Babymaus einkaufen. Nach dem zahlen schob ich das Einkaufswagerl, bestückt mit Keks-mümmelnder Babymaus und der eingekauften Beute zurück und pflückte das bebröselte Kind aus dem Wagerlsitz.
In diesem Moment hörte ich neben mir ein entzücktes: „Oooch..!“ und sah gleich darauf einer strahlenden älteren Dame ins Gesicht. Sie himmelte die Babymaus an, die währenddessen ungerührt ihr Keks lutschte.
Ich lächelte. Die Dame streckte ihre Hand aus, strich über den Babymausbauch und fragte, offensichtlich als erfahrene Oma, wie viele MONATE sie denn sei.

Bumm. Da stand ich nun.
Das Lächeln schwand dem angestrengten Gesichtsausdruck des Rechnens.
Nach etwas zu langer Zeit stammelte ich, fast stolz über mein Ergebnis: „13 Monate!“.
Die Dame wirkte irritiert und ich war etwas beschämt.

Im Auto wurde mir klar, dass  Monatsangaben bezüglich des Alters der Babymaus bei mir einfach nicht präsent sind. Das wird wohl einerseits daran liegen, dass in meiner Zeitrechnung so ein Monat nix ist. Viel zu schnell vorbei.
Und wohl auch daran, dass die Babymaus das ZWEITE Kind ist.

Beim Hasenbuben hätte ich in Höchtform wohl auf den Tag genau sagen könne, wie alt er denn sei. Wochenangaben waren sowieso kein Problem!
Doch nun?
Beim zweiten Kind ist für mich einfach so vieles anders.
Ich will nicht behaupten, dass zweite Kinder mitlaufen. Gar nicht.
Aber für mich war das Zweite nicht nochmal das Erste. Der Hasenbub, als mein erstes Kind, wurde sicher mehr überwacht, mehr betüttelt und ich habe mir akut mehr Gedanken und Kopfzerbrechen gemacht über seine Ernährung, das Schlafverhalten, seine Fortschritte, das zahnen,…
Das heißt nicht, dass ich die Babymaus vernachlässige. Im Gegenteil.
Aber ich hab nun 2 Dinge mehr:

  1. Die Erfahrung!
    Es ändert sich ständig alles. Vor allem in den ersten 2 Jahren. Somit ist es gar nicht immer wert, sich darüber zu viele Gedanken zu machen.
    Durchschlafen oder nicht… Wäre natürlich fein, ist mir aber (inzwischen) egal. Beim Hasenbub hab ich einige Strategien ausprobiert um den Guten zur nächtlichen Ruhe zu bewegen. Die Babymaus soll halt ihr nächtliches Flaschi (oder auch 2!) haben – irgendwann wird auch sie durchschlafen.
    Schlechte Laune und herumnörgeln… Ja, find ich auch blöd, aber ich suche nicht mehr stundenlang nach dem Grund. Wenn die Grundbedürfnisse wie Schlaf, Essen & Trinken und Windel gedeckt sind, kann ich nur mehr tragen und kuscheln. Und sein lassen. Ob das jetzt die Zähne, das Wetter, der Mond oder irgendwelche andere Zauberei ist, ist mir eigentlich egal. Morgen wirds wieder anders sein.
    Ich kann nun Sachen, Zustände, Launen,… besser einfach hinnehmen und sein lassen. (Auch nicht immer – fragen sie meine 4-fach-Mama-Freundin!)
  2. Den Hasenbub!
    Und der ist ja auch noch da und braucht einige meiner Gedanken-, Kraft- und Dasein-Kapazitäten. Und die sind ja nicht mehr geworden.

Außerdem ist noch was dazugekommen: das genießen.
Ich kann die Babymaus und ihre Entwicklungsschritte viel mehr genießen und mich daran freuen. Das kommt sicher auch von dem mehr an Entspannung und dem Wissen, wie schnell das alles geht.

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Fakt ist aber auch, dass nun Nerven auf 2 Kinder verteilt werden müssen. Und hier gibt es eindeutig einen Evolutionsfehler. Denn mit der Geburt eines Kindes sollten sowohl Nerven als auch Geduld mehr werden.
Aber man wächst ja bekanntlich an den Herausforderungen und ich kann nur hoffen, dass meine Kinder trotz mir glücklich heranwachsen.
Also multitaske ich weiter…lachen, schimpfen, genießen, ärgern, freuen… wie das halt so ist mit den Kleinen.
Spätestens abends, wenn beide schlafen genieß ich wieder.


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