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Zu Fuß.

Der Hasenbub liebt nichts mehr als zu Fuß wohin zu gehen.
Und ich? Ähm…ja, ich finde Auto fahren schon irgendwie bequem.
„Der Weg ist das Ziel“… Ist sicher wahr, aber beim Kindertransport oder Einkaufserledigungen gilt das nicht.
Ich bin einfach die Frau mit Tempo.
Zack – erledigt.
Ich mag sowohl Geschwindigkeit als auch diese Häkchen auf meiner To-Do-Liste.
Und die kann ich schneller machen, wenn ich motorisiert unterwegs bin.

Aber – jeder kriegt, wie ers verdient – der Hasenbub fragt mich seit einigen Tagen wieder, ob wir nicht zu Fuß in den Kindergarten gehen können.
Ich weiß, dass er recht hat. Es ist nur 1 km Distanz, in der Früh ist es inzwischen wieder hell, Benzin sparen ist ja auch noch bio-öko-fair und frische Luft ist gesund. Mannoo….
Aber ich verzog tapfer meinen Mund zu einem etwas verkrampften Lächeln.

Und packte die Babymaus ins Wagerl.

Kaum draussen auf dem Weg ging’s los.
„Mmmhh… Mama, die Luft ist so gut. Riech mal. Das ist herrlich! Heute ist es nur deswegen schön, weil wir zu Fuß gehen.“ Ob ich ihm mal was von Kausalität erzählen soll?
Doch ich schmunzelte, schnupperte und musste ihm uneingeschränkt recht geben. Und während wir so dahin watschelten, kam der Bub ins Reden. Und ich zum Lachen.
„Mama, bei der Erdkugel ist’s innen heiß, gell? Das ist die Lava. Und wenn sich die Platten verschieben, dann kommt nach dem Erdbeben beim Vulkan manchmal Lava raus. Und dann stürzen Häuser ein. Und die Lava verbrennt das Gras. Und die Menschen laufen davon, weils so heiß ist. Und weil die Häuser einstürzen.“
Er hat einen etwas ausgeprägten Hang zur Dramatik.
„Gut, dass es bei uns keine Vulkane und Erdbeben gibt. Sonst wäre ja unser Garten voller Lava.“ Das wäre wohl ein Problem. „Und mein Schaukelgerüst würde umfallen.“

Er plappert und plappert.

Er erzählt mir Geschichten von Oma, als sie noch klein war. Als er damals mit der Oma in Afrika war. Damals vor vielen Jahren, als ich noch nicht auf der Welt war. Auf meine Erklärung, dass das nicht geht, weil ich schon älter bin als er, fragt er mich beeindruckt: „Mama, als du noch ein Kind warst, gabs da schon Fernseher?“
Anscheinend muss ich dringend was für mein Aussehen tun. Faltencreme. Q10 und so.
Und dann gehen wir bei der Bushaltestelle vorbei. Da steht ein sehr sehr beleibter Herr, den der Hasenbub und ich natürlich auch, freundlich grüßen.
Keine 2 Meter weiter „flüstert“ mir der Hasenbub zu: „Gell, der Mann ist dick! Der isst zuviele Gummibärli.“
Muss ich erwähnen, dass dem Hasenbub sein Flüstern zwar ohne Stimme ist, er aber so laut krächzt, dass es alle rundherum hören können?
Plötzlich hört man einen Traktor kommen.
Der Hasenbub sucht die Straße ab. Und als dann aus einer Nebenstraße ein grüner John Deere Traktor biegt, brüllt er freudig: „Ein Johnny!! Mama, schau, ein Johnny!“
Der Traktor ist vorbei und er meint ganz trocken: „Ich hoffe, der fährt zum Feld neben dem Haus von Oma. Dort ist schon lange nichts mehr passiert. Der muss endlich säen, sonst wächst dem nix mehr. Und dann weint er, wenn er nichts ernten kann. So eine Gurke!“

Wir sind am Kindergarten angekommen.

Vor der Türe sitzt eine Taube.
Der Hasenbub beäugt sie und meint dann zu mir: „Gell Mama, Tauben hören nichts. Deshalb heißen sie so!“

Wir gehen jetzt öfter zu Fuß. Einfach der Laune willen.
Denn Lachfalten machen nicht alt, sondern sympathisch!


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2 Kommentare zu „Zu Fuß.

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