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An der Tafel.

 

Letzte Woche durfte ich in meiner ehemaligen Hochschule eine Vortrag zu halten. Ich wechselte quasi von der Bank an die Tafel. Super Perspektivenwechsel.
Der Vortrag gehört in eine Reihe von Vorträgen zum Thema Krisenmanagement und Resilienz. Der Titel war „Studium, Beruf und Lebensplanung“.
Es ging darum, für die Studenten, die jetzt dann fertig werden, ein bisschen aus dem Nähkästchen zu plaudern. Was hab ich seit dem Studium gemacht, wie ist das mit Familie und Job, was lief gut, was nicht,…
Vorgestellt wurde ich mit meinen 2 Kolleginnen als „Lebensexpertinnen“. Also – wenn ihr Fragen habt… 🙂
Ich habe sehr viel über das Thema Lebensplanung nachgedacht. Und über das Überthema Krisenmanagement. Es eierte tagelang durch meinen Kopf. Krisen: kann ich bieten. Und Planung? Tja, ich weiß ja inzwischen, dass das zwar gut ist, das Leben aber oft was anderes vor hat.
Ich hab lange überlegt: Was möchte ich ihnen mitgeben? Was hätte mich damals berührt? Was interessiert?

Ich habe mich entschieden, den Studis ganz ehrlich und quasi schonungslos mein bisheriges Leben aufzutischen. Meinen Lebenslauf und dann mein „wirkliches“ Leben. Denn bei mir bog das Leben irgendwie öfter mal unverhofft ab. Oder es machte einfach eine Vollbremsung. Ich fiel dann, ob des unvorhersehbaren Richtungswechsel oder des plötzlichen Stopps. Und da liegt man dann. Schaut verdutzt und wartet auf die Fee, die einfach zurückspult. Wie früher beim Kassettenrecorder.
Aber die Fee hat sich wohl mit den rosa Kleidchen im Baum verheddert.
Also nix mit zurück. Erstmal leckt man die Wunden, fängt langsam wieder an sich aufzurappeln und versucht die ersten Schritte. Wackelige Schritte. Das dauert mal lange, mal weniger lange. Freunde, Familie helfen einem und irgendwann kommt man wieder in den Sitz. Und der Lebensbus fährt weiter.
Und ich war stärker, geerdeter und mehr im Leben als vorher.

Seit dem Studium ist mein Leben zwar wunderschön, aber auch sehr krisengeschüttelt. Ich war also offen und ehrlich und hab gehofft, dass ich sie nicht verschrecke. Sie sollen ja keine Angst vor der Zukunft haben, sondern voll Zuversicht in ebendiese starten.
Und ich trau mich zu behaupten: es war gut. Das Feedback war schön und mir hat es enorm Spaß gemacht.

Was ich ihnen gesagt habe über Krisen, Familie etc.?

  • Dass es so wie sie’s machen, gut ist. Nur für sie muss es passen. Sie müssen und werden ihre eigene Lösung finden und die wird eine individuelle sein.
    Ob Kinder ja/nein, ob Karriere im Konzern oder doch selbstständig, ob Auslandsjahr, ob auswadern, ob Land oder Stadt. Alles gut. Alles persönlich.
    Sie müssen sich nur trauen mutig Entscheidungen zu treffen. Und dazu zu stehen.
    Und dass sie sich nicht vergleichen sollen. Mit keinem.
  • Sie sollen sich Zeit geben. Denn Erfahrung braucht Zeit. Und alles hat auch seine Zeit.
    Und wenn die Kinder noch mini-klein sind, ist für viele nicht die Zeit der Karriere. Macht auch nix. Muss nicht. Kommt vielleicht wieder.
    Und auch Krisen haben und brauchen ihre Zeit.
  • Und dass Kinder zwar Krisen sind, aber mit enormen Potential für einen selbst. Und sie meine es gut mit einem. (Musste ja natürlich schon die Werbetrommel fürs Kinder kriegen rühren. Die Babymaus braucht schließlich Spielkameraden!)
    Durch Kinder lernt man sich selbst besser kennen. Man merkt, was man wirklich will und was man gut kann, denn das Feedback der Kindern ist erbarmungslos ehrlich. Man lernt Grenzen zu setzen (für das Kind und einen selbst).
    UND – Für mich das Wichtigste: Kinder verschieben den Fokus, weg von einem selbst. Man nimmt sich nicht mehr so wichtig. Natürlich soll amn gut auf sich schauen. Aber wenn man sich selbst ein bisschen weniger wichtig und auch ernst nimmt, wirds leichter. Und lustiger.

Denn mit Kindern ist einfach mehr Abenteuer.
Also – seid fruchtbar und mehret euch…

 

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4 Kommentare zu „An der Tafel.

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