Allgemein · Leben mit Kindern

Tierische Glückseligkeit.

Das Frühstück im Hause Mamasprosse gleicht oft eher einer Raubtierfütterung als einem entspannten kulinarischen Start in den Tag. Die Babymaus und der Hasenbub haben einen derartigen Hunger, dass der morgens ganz rasch vertrieben werden muss.
Ich bin dann erstmal beschäftigt mit Marmeladebrot schmieren. Brot 1 für die Babymaus klein schneiden, sich bei Brot 2 für den Hasenbub bemühen sowohl die richtige Menge Butter und Marmelade aufzutragen und diese auch geografisch am Brot richtig verteilen. Er ist da ganz korrekt.

Wenn beide fertig sind und sich die Laune, ob des Anstieg des Zuckerspiegels, wieder hebt, beginne ich mein Frühstück. Die Reste der Kids, ein kleines eigenes Brot und einen Kaffee. Man wird ja bescheiden.
Als ich heute, noch ziemlich müde, die letzten Bissen meines Brotes verdrückte, hörte ich meine 2 Frühstückshelden im hasenbubschen Zimmer spielen und lachen.
Ich ergriff die Chance beim Schopf, schnappte meinen Kaffee und schlich mich mit ins Zimmer.

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Ich kuschelte mich auf die Kindercouch und genoss. Als mir gerade die Augen zufielen, begann es…

„Mama, spielen wir Tiere?“
Der Hasenbub legte in Windeseile die Spielregeln fest. Er war der Komodowaran, Fleischfresser natürlich, die Babymaus war eine kleine Katze und ich, ich blieb Mensch.

Er, als wundertoller Komodowaran, lebte in einem Terrarium, seinem Bett.
Ein herrlich unaufregendes Spiel, bei dem ich als einzig verbliebener Mensch jetzt wohl ein kleines Nickerchen auf der Couch machen konnte.
Waran war im Terrarium und Katzen sind doch eh gemütliche Einzelgänger.
Doch das war wohl Wunschdenken.

Denn plötzlich begann der Komodowaran zu sprechen. Mein Einwand, dass ein Waran nicht spricht, wurde mit „Im Spiel schon!“ zunichte gemacht.
Also quasselte der Waran, ähnlich meinem Hasenbub, ohne Punkt und Komma. Dass er Lukas heißt (wie halt alle Komodowarane), mit dem Lego jetzt einen Bagger baue, dann ein Pferd fresse, weil er ja Fleischfresser sei und ob ich mich denn nicht fürchten würde.
Beim Anblick des ein Meter hohen blonden Komodowarans musste ich lächlen. Ist an Gruseligkeit zu übertreffen. Doch die Pferde in der Spielzeugkiste zitterten ganz artig.

Die Babymaus-Katze räumte in der Zwischenzeit gemütlich das Playmobil aus und plapperte vor sich hin. Nachdem die Kiste leer war und sie darin keine verfolgungswerte Maus gefunden hatte, kam sie zu mir rüber und begann, die Couch zu erklimmen. Doch auch Katzen haben „im Spiel“ eher wenig mit denen „in Echt“ gemeinsam, denn  leichtfüßig, kuschelig und schnurrend war für diese unabsichlich grobe, freudige, mir mit Begeisterung den Finger ins Aug steckende Katze eher ein Fremdwort.

Der Komodowaran beklagte inzwischen die Höhlenlosigkeit in seinem Terrarium. Denn wo solle er denn schlafen und sich vor den wilden Tieren verstecken?

Ich erzählte, trotz Katzenfingern im Gesicht, dass Warane sich an warmen Steinen wärmen und auch auf ihnen schlafen. Auf seinen fragenden Blick aus den treuen, blauen Waranaugen, erklärte ich mich kurzer Hand zum warmen Stein und versprach die wilden Tiere zu vertreiben.

Flink kroch der Komodowaran also auf mich, wärmte seine Füße und kuschelte mit der Katzenschwester. Und ich, der komplett belagerte Stein, war trotz schwerem Waran am Bauch und spitzen Katzenfüßen am Brustkorb seelig.
Ein tierisch enger Glücksmoment, der meinen Vormittag richtig gut machte.

Und wieder nehm ich mir vor, öfter mal einfach alles sein lassen und mich in die Welt meiner Kinder zu begeben. Trotz gruseliger Fleischfresser und unsanften Katzen…
Denn genau dieser Zoo schenkt so viel Glück und Überraschungen. Einfach so.

 


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